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Nassabriebklassen: was „waschbeständig" wirklich heißt

„Waschbeständig", „scheuerbeständig", „für Kinderzimmer geeignet" — auf dem Eimer steht viel. Genormt ist davon nur eines: die Nassabriebklasse. Sie läuft von 1 bis 5, und niedriger ist besser.

Die Klassen laufen rückwärts

Die Nassabriebklasse gibt an, wie viel Material bei einer genormten Nassreinigung abgetragen wird. Klasse 1 ist die beste, Klasse 5 die schwächste. Das ist die häufigste Verwechslung überhaupt.

KlasseBeständigkeitWo sie hingehört
1höchsteStark beanspruchte Flächen, gewerbliche Flure, Küchen, Sanitärbereiche
2hochFlure, Kinderzimmer, Küche im Wohnbereich — die sinnvolle Wahl im Objekt
3mittelWohn- und Schlafräume mit normaler Nutzung
4geringDecken und wenig berührte Flächen
5sehr geringNur dort, wo nie gereinigt wird
„Waschbeständig" ist kein geschützter Begriff

Die Werbebegriffe auf dem Eimer sind nicht genormt. Zwei Farben können beide „waschbeständig" heißen und zwei Klassen auseinanderliegen.

Im Angebot gehört die Klasse, nicht das Wort. Sie ist überprüfbar, das Wort nicht.

Die zweite Angabe: Glanzgrad

Neben der Nassabriebklasse gibt dieselbe Norm den Glanzgrad an — von stumpfmatt bis glänzend. Das ist keine Geschmacksfrage, sondern hat zwei praktische Folgen.

Erstens: Je glänzender, desto beständiger ist die Fläche in der Regel gegen Reinigung. Zweitens, und wichtiger: Je glänzender, desto gnadenloser zeigt sie den Untergrund.

Glanzgrad und Spachtelqualität hängen zusammen

Eine glänzende Beschichtung auf einer Q2-Fläche sieht aus wie ein Fehler — weil man jede Fuge sieht. Wer Glanz anbietet, muss Q4 mit anbieten, sonst wird die eigene Arbeit zum Reklamationsgrund.

Umgekehrt ist eine stumpfmatte Farbe die verzeihendste Wahl auf einem einfach gespachtelten Untergrund.

Deckvermögen ist eine dritte Angabe

Dieselbe Norm klassifiziert auch das Deckvermögen — bei welcher Ergiebigkeit die Farbe noch deckt. Auch hier ist die niedrigste Klasse die beste.

Für die Kalkulation ist das die eigentlich wichtige Zahl: Sie entscheidet darüber, ob zwei Anstriche reichen oder drei nötig sind. Ein dritter Anstrich ist die Hälfte des Lohnanteils obendrauf.

Was daraus fürs Angebot folgt

  1. Klasse und Glanzgrad nennen, nicht den Werbebegriff.
  2. Anzahl der Anstriche angeben. „Deckend streichen" ist keine Mengenangabe.
  3. Bei Farbwechsel oder dunklen Tönen den dritten Anstrich einkalkulieren — und ihn im Angebot ausweisen.
  4. Glanzgrad und Spachtelstufe zusammen denken. Wer Glanz zusagt, hat sich auf Q4 festgelegt.

Faveno rechnet Anstrichzahl und Untergrund zusammen

Faveno fragt Untergrund, Farbwechsel und gewünschten Glanzgrad ab — und leitet daraus Anstrichzahl, Grundierung und die nötige Spachtelstufe ab, bevor der Preis steht.

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Stand: September 2026. Diese Seite gibt Erfahrungswerte aus der Angebotspraxis wieder und ersetzt weder die Norm noch eine fachliche Prüfung im Einzelfall. Maßgeblich ist die jeweils gültige Fassung der DIN EN 13300.